Neue Stimmen, neue Gesichter

50 Jahre „68“

Themen-Dossier: 50 Jahre „68“

Die offene Gesellschaft ist bedroht in Europa. Auf dem Spiel stehen nicht zuletzt die bedeutenden Freiheitsgewinne der Sixties, die hart erkämpft wurden, wobei der studentische Protest nur der Kulminationspunkt eines tiefgreifenden Wertewandels war.

Heute wissen wir: Der Protestzyklus der Sixties war globaler, weiblicher, weniger studentisch und weniger weiß, als es viele der bekannten Fotografien und Berichte zu „68“ nahelegen.

In diesem Dossier blicken wir zurück und erinnern dabei auch an weniger bekannte Gesichter, Aspekte und Orte. Wir schauen aber auch in die Gegenwart, denn Eines ist klar: Die auf Demonstrationen, an Küchentischen und in Amtsstuben mühsam erreichte „Fundamentalliberalisierung“ der Republik muss - 50 Jahre nach „68“ - erneut gegen ihre Verächter verteidigt werden. Mehr zum Hintergrund...

68 Variationen der Revolte

Die Protagonisten der westeuropäischen Studierendenbewegung sind eine wortmächtige Generation, deren Geschichte heute größtenteils erzählt ist. Wir stellen weniger bekannte Stimmen, Orte und Aspekte der Revolte vor.

Osteuropa 1968: Weitermachen, wo unsere Eltern aufgehört haben

Beim Europäischen Geschichtsforum der Heinrich Böll Stiftung im Mai 2018 diskutierten Gäste aus Deutschland und aus Ost- und Südosteuropa über Gemeinsamkeiten und über Trennendes bei der historischen Einordnung der Ereignisse des Jahres 1968.

War 1968 der Beginn einer gesellschaftlichen Revolution, die unsere Lebensweise bis heute prägt? Oder hat der Einmarsch der Warschauer Pakt Staaten in der Tschechoslowakei 1968 in Ost- und Südosteuropa ein gesellschaftliches Trauma ausgelöst, das bis heute nicht überwunden ist?

Können die unterschiedlichen Entwicklungen in Europa heute durch die gegensätzlichen Erfahrungen im Jahr 1968 erklärt werden?

Heinrich Bölls 68

Wie hat der Schriftsteller Böll das Jahr 1968 erlebt, in welche Debatten hat sich der Intellektuelle Böll eingemischt?

Heinrich Bölls ʼ68: Eine Annäherung in sechs Lektüren

E-Paper

Böll kommt im Zusammenhang mit ‹1968› eine herausragende Rolle zu: als politisches Vorbild, als öffentliche Figur und als charismatische Persönlichkeit. Was also war, was ist ‹1968› im Hinblick auf den Schriftsteller und Intellektuellen Heinrich Böll?

Protest in den Jahren 1968 & 2018

Eine kritische Durchsicht der Protestformen von „68“ und ein Blick auf die Herausforderungen der Gegenwart: Was war? Was hat sich bewährt? Was ist problematisch (geworden), und was gilt es zu verteidigen?

Stimmen zu „68“ aus der Heinrich-Böll-Stiftung

Die Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung berichten von ihren ganz persönlichen Erinnerungen aus dem Jahr 1968. 

Bölls Blick auf Prag

René Böll war 1968 im August mit seinen Eltern in Prag und erlebte die Niederschlagung des Prager Frühlings am 21. August mit eigenen Augen.

Mit seiner Kamera dokumentierte der damals 20-jährige unerschrocken die Ereignisse, von Heinrich Böll in dessen berühmten Essay „Der Panzer zielte auf Kafka“ festgehalten als „junger Mann, offenbar Westdeutscher und kein Journalist“, der beim Fotografieren erwischt wurde, aber seine Kamera nicht herausgab.

Das nebenstehende Bild zeigt die Kämpfe bei der Besetzung des Rundfunks. In der Heinrich-Böll-Stiftung sprach René Böll mit Eva van der Rakt über diese Tage. 

Weitere Informationen rund um 50 Jahre „68“

Noch nicht genug von „68“? Hier finden Sie Links zu Büchern und Mitschnitten zu 1968. 

Wie weit flog die Tomate?

Publikation

Die Texte lassen den Geist der ersten Stunde aufleben und stellen die vielfältigen Positionen der westdeutschen Frauenbewegung dar. Zahlreiche Akteurinnen von einst und ihre Töchter versammeln sich, um den Blick zurück - aber auch nach vorne zu richten. Daraus ist eine anregende Publikation entstanden, die auch nach über dreißig Jahren den Geist der ersten Stunde spüren läßt.